Das Projekt Secondary School - Faktencheck

Aktualisiert: 26. Jan 2018



Vorstellung:


Wer ist … Inkosi Kachindamoto?

Im südostafrikanischen Staat Malawi gibt es 300 Chiefs. Inkosi Kachindamoto gehört dazu. Im Bezirk Dedza im Zentrum des Landes hat sie die Autorität über 551 Dörfer. Ihre große Herausforderung: Kinderehen. Die Hälfte aller Frauen in Malawi werden verheiratet, bevor sie 18 Jahre alt sind. 2013 ist Chief Kachindamoto gemeinsam mit der Frauenorganisation der UNO aktiv geworden. Bis Ende 2015 hat sie bereits 330 Ehen annulliert und die Mädchen ermutigt, wieder zur Schule zu gehen. Frau Kachindamoto hat nun auch das Grundstück für die Schule in Mganja zugewiesen.

Secondary School for Girls

Wir wollen den Bau einer Mittelschule ("Secondary School") für Mädchen in Mganja, eine Gruppe von Dörfern in Zentral-Malawi, ermöglichen.

Warum gerade dieses Projekt?

Die meisten Mädchen in Mganja, Malawi, gehen nicht zu einer weiterführenden Schule.

Warum ist der Schulbesuch nicht möglich?

Zunächst gibt es schlicht keine Schulen in der Nähe. Die Eltern haben kein Geld, um ihre Töchter zu einer sog. Kostschule zu schicken. Viele Mädchen werden dann frühzeitig schwanger, weil eine eigene Familie zu gründen die einzige Perspektive für sie ist.

Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt. In und rund um das Dorf Mganja leben 5.000 Menschen, alle unter der Armutsgrenze von 2 Dollar pro Tag. Es gibt keinen Strom und kein fließendes Wasser. Man lebt von der eigenen Landwirtschaft. Wenn die Ernte misslingt, hungert die Bevölkerung.

Was wollen wir erreichen?

Die Lebensbedingungen von Mädchen (auch wenn sie schwanger sind) und jungen Müttern und deren Familien verbessern,

- indem wir die Möglichkeit zur Ausbildung durch die Gründung einer Mittelschule für Mädchen und junge Mütter in Mganja, Malawi, bieten,

- indem der Transport von Mädchen aus den abgelegenen Regionen mit einem Schulbus ermöglicht wird,

- indem wir zusätzliche Kurse mit praktischen Fächern wie Hauswirtschaft, Ernährung, Kinderbetreuung, Kochen, biologische Landwirtschaft, Nähen, usw. anbieten,

- indem wir die Kinder im Umfeld der Schule betreuen, damit auch junge Mütter zum Unterricht können.

Wer wird in den Genuss der Schule kommen?

Wir planen für insgesamt 240 Schülerinnen, alle Mädchen und junge Frauen, auch schwangere Mädchen und junge Mütter. Für viele wird es die einzige Möglichkeit einer besseren Zukunft sein. Weil die Mittelschule neben den von der Behörde verpflichtend vorgegeben Fächern auch Berufsausbildungen bieten wird, bekommen alle jungen Familien in Mganja die Möglichkeit, ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Warum eigentlich die Mädchen?

In diesem Teil von Malawi ist die Gesellschaft matrilinear organisiert. Das heißt, dass Frauen die Landrechte besitzen und das Erziehungsrecht über ihre Kinder ausüben. Ehemänner ziehen zu den Frauen. Frauen sind also ziemlich autonom. Sie haben immer Zugang zu landwirtschaftlichen Flächen und zu Stellen, um ein Haus zu bauen und zu bewirtschaften. Der Unterricht für Mädchen und junge Frauen wird also einen positiven Einfluss auf die ganze Gesellschaft haben, auch auf die Jungen und Männer.

Warum Malawi?

Es gibt viele Möglichkeiten, in der Dritten Welt zu helfen. Wir haben Malawi entdeckt. Angeregt durch einen längeren Aufenthalt von Colin Göldner im Rahmen eines sozialen Jahres nach dem Abi folgte dort auch ein Besuch durch Markus (Vater) und Marvin (Bruder). Wir erlebten große Armut, aber auch Stolz und enorme menschliche Wärme. Wir haben Freunde gefunden, die uns im Herzen immer begleiten, wir müssen einfach nun endlich unseren Traum erfüllen.

Was soll gebaut werden?

Die Schule bekommt acht Klassenräume, aufgeteilt in zwei Blöcke. Darüber hinaus einen Block mit Verwaltung, Konferenzraum, Lehrerzimmer, eine Bibliothek und einen Raum für die Kinderbetreuung. Für die Wasserversorgung wird eine Wasserpumpe, betrieben mit Solarenergie, realisiert. Rund um die Schule ist Platz für Gemüsegärten und Spielplätze.

Wer ist beteiligt?

• Chief Inkosi Kachindamoto (siehe oben) hat am 7. September 2017 das Grundstück für den Bau der Schule zugewiesen

• Die Gemeinde wird die Ziegel für die Schule selbst produzieren

• Schwester Josefa Ngóna (Initiatorin des Projekts, führt "Nazareth")

• Father Isaac Mwazambumba (Priester des Bistums Dedza, Präsident des Ausschusses für Projekte mit ausländischen Geldgebern des Bistums mit viel Erfahrung bei großen Projekten)

• Mr. Pengapenga (im Dienst des Bistums als pädagogischer Officer) wird Kontakte mit der Nationalregierung pflegen und hat Kenntnis der Lehrpläne und Verwaltung

• Frau Juliana Lunguzi (Mitglied des Parlaments für Dedza Region-Ost, Anwältin der Stellung der Frauen und Initiatorin vieler Armuts- und Bildungsprojekte)

• Frau Ineke Hendrickx (Projektleitung) von der Stiftung Nazareth Malawi, Partner der GF Goeldner Foundation e.V.